o.T.
     
               
     
 
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

o.T. ist eine Persiflage über Zukunftsängste und die Rollen, die wir im Leben zu spielen (ver-)suchen.


Als wäre ein Unfall passiert, ist auf dem Boden mit Kreide ein menschlicher Körper umrissen, davor steht ein altes Bakelit-Telefon. Ein Spot beleuchtet einen roten Samtvorhang hinter einem ebenfalls mit Kreide gezeichneten Halbkreis. Beim Eingang steht ein Monitor. Im Video spiegelt sich der Raum wieder. Plötzlich taucht ein Mädchen auf. Eine nur schwach hörbare Frauenstimme fleht, man solle sie doch anrufen, man werde dann mit dem Erzengel der geistigen Welt in Verbindung gebracht und somit sei einem eine sorgenfreie Zukunft garantiert.
Plötzlich klingelt das Bakelit-Telefon, das hinter dem Zuschauer im Raum am Boden steht. Das Mädchen im Video nimmt den Hörer ab, lauscht der Frauenstimme, legt aber ohne etwas zu sagen wieder auf. Geisterhaft erscheinen ein zweiter, dann ein dritter Klon des ersten. Die Mädchen begeben sich zum Vorhang und stehen eine Weile auf dem selbst gezeichneten Bühnenvorsatz. Als das Telefon ein letztes Mal klingelt, verschwinden sie dahinter, als gäbe es dort einen weiteren Raum.
Das Zimmer, sowie die Akteure und die Handlung werden gespiegelt. Die Realität des Spiegels vermischt sich mit der Fiktion des Filmes. Der Ausstellungsort war Drehort und ist zugleich Vorführraum.

Urs Küenzi (Leiter Substitut, Berlin)